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Malaria-Prophylaxe

Seit Jahren wird, ohne Erfolg, an einem Impfstoff gegen Malaria geforscht. Zur Therapie der gefährlichen tropischen Malaria wird seit einigen Jahren ein pflanzliches Medikament aus der chinesischen Medizinaltradition (Artemisin) verwendet, das rasch und ohne Nebenerscheinungen wirkt. Allerdings treten gelegentlich Rückfälle auf. Artemisin ist in der Schweiz nur als Kombinationspräparat (Riamet = Artemether + Lunefarntrin) im Handel. In vielen anderen Ländern ist es als Monosubstanz oder in anderen Kombinationen erhältlich. Neuerdings wird es auch von den „médecins sans frontières“ eingesetzt.

Abgesehen von diesem Medikament wird zur Zeit entweder eine medikamentöse Prophylaxe mit Mephaquine, Malarone oder Doxyzyklin empfohlen oder die Mitnahme einer Notfall-Selbsttherapie (letzteres nur für Gebiete mit niedriger Ansteckungsgefahr). Dazu empfohlen werden momentan Meqhaquine/Lariam, Malarone und Riamet. Diese Medikamente muss der Reisende einnehmen, falls er unterwegs an malariaverdächtigen Symptomen erkrankt und keine Möglichkeit hat, einen Arzt aufzusuchen. Falls Wochen oder Monate nach einem Tropenaufenthalt grippeähnliche Symptome auftreten sollten, muss immer an eine Malaria gedacht und das Blut auf Malariaerreger untersucht werden.

Die medikamentöse Prophylaxe hängt von den im Handel befindlichen Medikamenten sowie von der Häufigkeit und Resistenz der Malaria-Erreger am Reiseziel ab. Die früher gebrauchten Chloroquin-Präparate (Nivaquine, Resochin) haben ihre Wirksamkeit gegen die tropische Malaria weitgehend verloren, weil die Plasmodien resistent geworden sind. Heute werden zur prophylaktischen Einnahme Mephaquin/Lariam, Malarone und Doxycyklin empfohlen.  Mephaquin hat Nebenwirkungen wie schlechten Schlaf oder Schwindel und darf nicht  bei Anfälligkeit für psychische Krankheiten oder Epilepsie verschrieben werden. Aber es ist immer noch eines der zuverlässigsten Mittel gegen Malaria. Doxycyklin wird nur für wenige Reiseziele in Indochina empfohlen (kann Durchfall und Fotosensibilität auslösen). Malarone ist gut verträglich, muss aber täglich eingenommen werden und ist teuer.

Eine individuelle Beratung unter Abwägen von Nutzen und Risiken ist deshalb für Reisen in malariaverseuchte Gebiete empfehlenswert.  Die empfohlenen Prophylaxeschemata verändern sich örtlich und zeitlich von Jahr zu Jahr wegen der sich ändernden Resistenzlage.

Die Prophylaxe basiert auf zwei Pfeilern, einerseits der so genannten Expositionsprophylaxe und anderseits der medikamentösen Prophylaxe. Die Expositionsprophylaxe besteht darin, sich vor Mückenstichen zu schützen, abends lange Hosen und langärmlige Blusen zu tragen, mückenabstossendes Mittel (Spray oder Lotion) zu verwenden, evtl. Kleider mit Insektiziden einzusprayen und durch Benützung von Moskitonetzen beim Schlafen den Stich der Anopheles zu vermeiden.